RaceRatEvo – Die neue F3E/F5D Ratte…


Auf der WM’23 entstand die Idee, ein neues Pylonmodell zu entwickeln. Die ursprüngliche Idee war es, eine Art „Volk-Pylonmodell“ zu machen, welches von einer großen Community der aktiven deutschen Pylonpiloten entwickelt wird und von dem es später Verleih-Urmodelle geben soll.

Nach anfänglicher Euphorie nach so einem Modell und einer WhatsAppgruppe zur Organisation und Entwicklung,  waren dann die Aktiven die an dem Projekt mitarbeiten wollten doch leider nur Jochen und ich.

Also haben wir all unsere Erfahrungen, die wir mit der Fornication sammeln konnten, in die Waagschale geworfen und noch einen echten Aero-Experten für das Projekt gewinnen können: Philip Kolb.

Der ganze Entwicklungsprozess hat unglaublich Spaß gemacht hat:

Um das Ganze praxisnäher vergleichen zu können, habe ich in Simulink eine Regelstrecke für ein ganzes Rennen (10 Runden Pylonkurs) erstellt, in dem aus Modell-Kennkurven, Motor-Kennkurven und Propeller-Kennkurven die physikalischen Reaktionen berechnet und simuliert wurden. So hatte man für jeden Parametersatz eine theoretische Rennzeit. Anfangs wurde diese Simulation mit Messwerten aus der Fornication korreliert.

Für die Korrelation haben wir die Fornication nochmal komplett mit den uns zur Verfügung stehenden neusten Aero Tools nachgerechnet und die Widerstand-Geschwindigkeitskurven für verschiedene Auftriebsbeiwerte als n-D Lookup Table in Simulink hinterlegt.

Für die Flugparameter hatten wir die „echte“ Fonri mit Staudruckrohr und G-Force Sensoren ausgestattet und konnten so die geflogenen Geschwindigkeitsbereiche und geflogenen G-Forces bzw. Ca-Werte auslesen und festlegen.

Eigens für dieses Projekt wurde unser Motorprüfstand überarbeitet und fertiggestellt, um unsere und selbstverständlich auch andere Motoren zu vermessen und die Drehmoment-Leistungskurven auch als n-D Lookup Table hinterlegen zu können.

Für die Propellerdaten wurden unsere Propeller nochmal in dem Programm Q-Blade nachgerechnet, da auch dieses Programm aerodynamisch die Propeller nochmal besser abbildet und sich Kennkurven relativ einfach exportieren lassen. Diese wurden ebenfalls als n-D Lookup Table in Simulink hinterlegen.

Die Korrelation zur Realität hat uns positiv beeindruckt. Wir haben dann auch angefangen verschiedene Wenderadien im Kurs zu fliegen und unterschiedliche Propeller verwendet – da habe ich ja ein paar zur Auswahl. Das alles wurde genutzt, um die Korrelation der Simulation weiter zu verbessern.

Mit diesem Simulationsmodell haben Philip und ich in vielen Iterationen unterschiedliche Flugstile, Streckungen vom Flügel, 2 vs 4-Klappen-Flügel (bzw Snapflap an/aus) und natürlich auch Flügelprofile simuliert und verglichen, um uns einem Optimum zu nähern.

Daraus ist dann die RaceRatEvo entstanden.

Das Modell hat im Gegensatz zur Fornication wieder einen „breiteren“ Rumpf in den, gerade so, 5s1800 als Block passen. Außerdem hat sie vor dem Flügel auf der Oberseite eine kleine Klappe bekommen, mit der man den Antriebsakku anstecken kann, auch wenn der Flügel bereits aufgeschraubt ist. Somit ist das Modell in der Flightline ohne Schalter schnell angesteckt und ready to go fly.

Auch so gibt es einige kleine aerodynamische Finessen wo uns Philip noch viele Tipps gegeben hat.

Die Urmodelle sind auf Jochens Fräse entstanden und er hat auch die Formen in klassischer Formenbauweise gebaut.

Die Bauweise vom Rumpf ist, wie auch bei der Forni, in Vollkevlar, um die Antennen innenliegend verbauen zu können. Damit das SLW nicht ausgerichtet werden muss, hat der Rumpf eine 6-Kant Form und die SLW Form einen entsprechenden Stempel. Das gibt saugende Passungen und ermöglicht es den Rumpf auf zu blasen.

Die Leitwerke entstehen in Vollkernbauweise. Die Flügel sind klassisch wie bei der Forni aufgebaut.

In der ersten Evolutionststufe hat sie erst 2 QR-Klappen bekommen. Nach den Simulationsergebnissen müsste man sie aber als 4 Klappen Flügel und unter Verwendung von Snapflap betreiben – das kommt zu einem späteren Zeitpunkt. Erstmal wollen wir die Vergleichbarkeit zur Forni haben.

Leider ist der Pylon-Sport (hoffentlich nur dieses Jahr) etwas in den Hintergrund gerückt und so existiert zwar der erste Prototyp und ist auch schon mehrfach geflogen – aber leider haben wir ihn noch nicht ausgiebig testen können.

Die ersten Flüge waren aber sehr positiv. To be continued….

Auch ob es die Urmodelle von diesem Modell geben wird steht aufgrund fehlender Motivation noch in den Sternen.