img_6668.jpgBedingt durch die schlechten Landemöglichkeiten in den “Kölner Tagebau Alpen”, ist uns die klassische Schalenbauweise mit Stützstoff – wie bei den F5D Modellen – für einen Hangflieger zu aufwendig und zeitintensiv.

Die schnellste Möglichkeit einen CfK-Flügel zu bauen, stellt die Hartschalenbauweise dar. Die Schale wird ohne Vakuum und ohne Stützstoff aufgebaut. Man kann den kompletten Flügel in einem Arbeitsgang bauen, sprich die Form bzw. Flügelschalen direkt nass in nass verschließen. Was einen riesen Zeitvorteil bringt.

Um trotz des weggelassen Stützstoff ausreichende Drucksteifigkeit der Schale zu gewährleisten muss man mit dickerem Gewebe arbeiten um Bauhöhe und so Schalensteifigkeit zu erreichen. Da liegt auch der Nachteil dieser Bauweise – die Bauteile haben stellenweise einen erheblichen Gewichtsnachteil zu den klassischen Flügeln, mit Stützstoff. Aber bei einem Hangflieger, den man eh meist noch aufbleit, ist das nicht wirklich schlimm.

Hier soll anhand eines Ialomitaflügels, den wir am Hang einsetzen, der Aufbau eines Hartschalenflügels gezeigt werden.

Der Lagenaufbau:

  • 1 Lage 80 g/dm² Leinen Galsgewebe
  • 1 Lage 200 g/dm² Köper Kohlegewebe (hier im Beispiel handelt es sich um Köpergewebe, Leinen sind aber sinnvoller)
  • Abgestufter Rovingstrang als Holmgurt

Als Holm verwenden wir Balsa-Stirnholz, unbeschichtet, welches man am besten schon bevor man laminiert zuschneidet und auf die richtige Dicke (Flügeldicke – 2*Lagenaufbau – Toleranz) schleift. Für die Stege der Ruderklappen verwenden wir Ballermann-Strohhalme (OleOle), die wir mit Kohleschlauch – für die Stege im Ruder – bzw. Glasschlauch – für die Stege im Flügel – verwenden. Der Vorteil der Strohalme ist, dass diese sich der Dicke des Flügels selber anpassen. Nachteil bei der nass in nass Bauweise ist, dass sie sich leicht im Gewebe abzeichen (Bei Sichtkohle, bei lackierten Oberflächen sieht man nichts). An einem Abend lässt sich das Gewebe, Holme und Stege vorbereiten.

Es kann es losgehen…

 

DSCN1114.JPG Die Stege für die Ruderklappen werden als erstes auf einer Folie getränkt. Die langen Strohhalme mit Kohlefaser-Schlauch sind für die Quer- und Wölbklappen, die langen Strohhalme mit Glasfaserschlauch kommen vor die Ruderklappen in den Flügel. Die Kurzen Schläuche sind für das V-Leitwerk. DSCN1091.JPG Als Erstes wird ein Roving in den Nasenleistenradius gelegt, um hier einen besseren Abschluss zu gewährleisten und das dass Gewebe nicht in einem so engen Radius gelegt werden muss.
DSCN1083.JPG Als nächstes kommt die Lage 80 g/dm² Glasfaser und wird über die komplette Fläche laminiert. DSCN1089.JPG Mit einem Schaumstoffroller lässt sich das Harz einfach verteilen.
DSCN1094.JPG An der Nasenleiste wird das Gewebe bündig abgeschnitten. DSCN1107.JPG Das CFK-Gewebe wird auf einer Folie (z.B. dickere Malerfolie) getränkt, da sich so ein Verziehen des Gewebes vermeiden lässt. Durch anheben der Folie und betrachten von unten, kann man schnell und einfach erkennen ob das Gewebe gleichmäßig und ausreichend getränkt ist. Das Harz wurde schwarz eingefärbt, damit die Sichkohle später schöner aussieht.
DSCN1099.JPG Das getränkte Gewebe mit Zeitungspapier abgedeckt um überschüssiges Harz herauszuziehen.Das ganze wird umgedreht und auf der Folie mittels Schablone die Flügelkontur angezeichnet. DSCN1110.JPG Um diese Kontur herum wird das Gewebe jetzt ausgeschnitten (inklusive Folie und Zeitungspapier).
DSCN1120.JPG Das das Zeitungspapier wieder vorsichtig entfernt. DSCN1124.JPG Das Gewebe mit der Folie in die Form eingelegt(Gewebe unten) und positioniert. Anschließend kann die Folie abgezogen werden.
DSCN1126.JPG Das Gewebe wird mit dem Schaumroller angedrückt. Parallel wird die andere Schale symetrisch aufgebaut DSCN1137.JPG Um Elastic-Flaps (Ruderschaniere) zu ermöglichen wird im Bereich der Drehachse des Ruders Abreißgewebe (alternativ Kevlar) mit einlaminiert.
DSCN1146.JPG Die beiden Holmgurte auf einer Folie getränkt – hier unbedingt auf ausreichende Tränkung achten – und anschließend in den Formhälften positioniert DSCN1151.JPG Eine “Mumpe” aus Microbaloons und Harz wird über den Holmgurt mit der dicken Darmspülungs-Spritze aufgetragen. Das vorbereitete Stirnholz wird als Holm eingesetzt. Vorher den Holm mit Harz einschmieren
DSCN1154.JPG Auch auf das Holz wird eine Raupe aus Mumpe aufgetragen. Die Stege werden vor und hinter der Drehachse der Ruder positioniert. Abstand der Stege ca. 8mm DSCN1156.JPG Auf der Formhälfte mit dem Holm und den Stegen wird jetzt noch an Nasen- und Endleiste eine Raupe mit der Mumpe gelegt.Die Formhälften können jetzt zusammengefügt und verschlossen werden. Fertig !!

Ergebnis nach ca. 4h laminieren und 48h aushärten (und ein wenig sonstige Arbeit):

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Gewicht des Flügels: 560g

Erstellt am 23.07.2008 | Kathegorien: Hangflug, Projekte

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