{"id":4309,"date":"2019-05-07T13:43:18","date_gmt":"2019-05-07T11:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.koelleteam.de\/wordpress\/?p=4309"},"modified":"2021-09-08T12:46:56","modified_gmt":"2021-09-08T10:46:56","slug":"hartschale-vs-sandwitch-bauweisen-vergleich-erfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.koelleteam.de\/wordpress\/?p=4309","title":{"rendered":"Hartschale vs. Sandwitch Bauweisen Vergleich &#038; Erfahrungen"},"content":{"rendered":"<p>Dies ist nicht der ultimative Vergleich von Hartschalen und Sandwitchfl\u00fcgeln. Vielmehr unsere Erfahrungen zu unseren Anforderungen an ein Tagebau-tauglichen F3F Fl\u00fcgel&#8230; Und da wir tendenziell eher bei Sturm rausgeht und nicht immer ideale Landebedingungen vorfindet kann so ein Flieger auch mal \u201eleiden\u201c.<br \/>\nF\u00fcr uns ist wichtig, dass das Bauen schnell und in kurzen Sessions geht \u2013 dabei soll der Fl\u00fcgel trotzdem so leicht und robust wie m\u00f6glich werden. Zu diesen Anforderungen habe ich mal hier unsere (danke Flo f\u00fcr die unz\u00e4hligen, witzigen Bausessions) Erfahrungen zusammengefasst.&nbsp;<!--more--><\/p>\n<p><strong><br \/>\nUnsere Standard Hartschale<\/strong><\/p>\n<p>Bisher haben wir unsere F3F Hartschalen Fl\u00fcgel recht unspektakul\u00e4r, wie folgt gebaut:<\/p>\n<ul>\n<li>50 g\/m\u00b2 GfK (45\u00b0), da sich sonst das nachfolgende Gewebe abzeichnet (erprobt, bei Kalth\u00e4rtung)<\/li>\n<li>160 g\/m\u00b2 Spread-Tow (45\u00b0), l\u00e4sst sich hervorragend direkt auf Ma\u00df zuschneiden, ohne das es ausfranst = Zeitersparnis<\/li>\n<li>300 g\/m\u00b2 Biax CfK (45\u00b0) bis zum Ruder um die n\u00f6tige Bauh\u00f6he zu erreichen, auch vorab auf Ma\u00df geschnitten<\/li>\n<li>105 g\/dm\u00b2 GfK (45\u00b0) im Ruder um hier etwas mehr Durcksteifigkeit zu bekommen<\/li>\n<li>200g\/m\u00b2 HTS UD als Holm<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eigentlich waren wir damit immer zufrieden \u2013 Ok, die Fl\u00fcgel werden nicht gerade leicht aber sind sehr robust und relativ z\u00fcgig gebaut. Problem war aber, dass unser 160g\/m\u00b2 Spread-Tow Quelle versiegt ist. In den \u00fcblichen Shops ist das Gewebe doch recht teuer.<\/p>\n<p><strong>Hartschale \u201eLight\u201c &amp; Dirty<\/strong><\/p>\n<p>Angefangen hatte dann eigentlich alles mit einem Telefonat mit Stefan K\u00fchn von GRM Systems, was GRM denn so im Portfolio an Geweben hat. Entwickelt hat es sich in ein sehr freundliches, hoch informatives Gespr\u00e4ch mit einer interessanten, neuen Bauweise:<\/p>\n<p>Stefan hatte mir vorgeschlagen 160g\/m\u00b2 3K Gewebe (ECC Style e447) zu nutzen. F\u00fcr mich war der riesen Nachteil, dass es nicht schiebefest ist. Das bedeutet f\u00fcr mich, dass man es erst grob zuschneiden, dann auf Folie tr\u00e4nken und anschlie\u00dfend auf Ma\u00df zuschneiden m\u00fcsste. Ich m\u00f6chte w\u00e4hrend dem laminieren den Aufwand lieber so klein wie m\u00f6glich halten und mehrere kleine Sessions haben: Mal abends das Gewebe zuschneiden, dann an einem anderen Abend entspannt die Unterseiten laminieren, dann wieder wann anders die Oberseiten usw\u2026 So ist die ganze Bauerei in einem f\u00fcr mich ertr\u00e4glichem Aufwand. Mehrere Stunden in der Werkstatt zu stehen bedeutet f\u00fcr mich mehr Planungsaufwand \/ Abstimmung mit der Familie<\/p>\n<p>Stefan hatte daraufhin die passende Idee parat: Kurzerhand hat er beim Hersteller das 160g\/m\u00b2 3K Gewebe (ECC Style e447) f\u00fcr uns in Schiebeverfestigt bestellt (gab es bisher so noch nicht). Das Gewebe ist so immer noch um einiges billiger als Spread Tow und sieht auch echt cool aus. Au\u00dferdem habe ich festgestellt, dass es sich meiner Meinung nach um einiges einfacher als Sperad Tow drapieren l\u00e4sst.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Um meinen Aufwand nochmal geringer zu halten wurde die 50g\/m\u00b2 Glasfaser durch ein hochwertigeres Harzsystem von GRM ersetzt: Epoxydharz LG 735 Aero mit passendem H\u00e4rter HG 735 Aero. Das gegen\u00fcber L285 hochwertigere Harz soll ein durchdr\u00fccken des Gewebes selbst bei Kalth\u00e4rtung verhindern. Zwar ist das Harz etwas teurer aber ich habe ja schon am Spred Tow gespart und die geringere Bauzeit ist mir viel wert.<\/p>\n<p>Um den Fl\u00fcgel etwas leichter zu bekommen hat Stefan vorgeschlagen Gittergewebe (GG-160 N) zu testen. Das Gewebe hat ein 170g\/m\u00b2 Fl\u00e4chengewicht aber in den Kreuzungspunkten fast die gleiche Dicke wie ein 300er. Auch dieses Gewebe ist schiebefest und l\u00e4sst sich mit dem Rollmesser und einer Schablone pr\u00e4zise zuschneiden.<\/p>\nngg_shortcode_1_placeholder\nngg_shortcode_2_placeholder\n<p>Das Gewebe haben wir auf Folie vorgetr\u00e4nkt um nicht unn\u00f6tig Harz in die Form zu bringen \u2013 da ist schon ordentlich Platz zwischen den Gewebestr\u00e4ngen (ca. 5x5mm) und wir wollte da kein zus\u00e4tzliches Harz in die Form rollern.<\/p>\n<p>Wir haben das Gewebe bis ca 15mm vor die Endleiste gelegt. So brauchen wir kein zus\u00e4tzliches Glas mehr im Ruder.<\/p>\n<p>Auf der Unterseite haben wir im Scharnierbereich ein 10-15mm breiten Streifen im getr\u00e4nkten Zustand aus dem Gewebe geschnitten (vor dem Einlegen). So m\u00fcssen wir es nicht beim Scharnier \u201eg\u00e4ngig machen\u201c durchtrennen. Das Gittergewebe \u00fcberlappt das 25mm breite Abrei\u00dfgewebe um ein paar mm.<\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n<p>Um den Bauaufwand nochmal kleiner zu halten besteht der Holm jetzt aus 300g\/m\u00b2 UD auch \u00fcber GRM bezogen. \u00dcberraschenderweise lie\u00df sich wirklich super gut drapieren.<\/p>\n<p>Abgesaugt haben wir es mit einem Abreis-Lochfolie-Saugflie\u00df (COMPOFLEX SB 250) von GRM. Auch ein echt cooles Zeug, da man es auch mit dem Rollmesser zuschneiden kann und sich das Auflegen von K\u00fcchenrolle spart.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p>Reine Laminierzeit f\u00fcr die Oberseite war unter 1 Stunde um alles ins Vakuum zu bekommen. (Haben zu zweit gearbeitet).<\/p>\n<p>Aufbau:<\/p>\n<ul>\n<li>160g\/m\u00b2 3K Gewebe (ECC Style e447) Schiebeverfestigt, komplett, 45\u00b0<\/li>\n<li>Auf der Unterseite 25mm breites Abreisgewebe als Scharnier<\/li>\n<li>170g\/m\u00b2 CfK Gittergewebe (GG-160 N), bis 15mm vor EL, 45\u00b0<\/li>\n<li>300g\/m\u00b2 UD als Holm (3 Lagen)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Ergebnis:<\/p>\nngg_shortcode_5_placeholder\nngg_shortcode_6_placeholder\nngg_shortcode_7_placeholder\n<p>Die Drucksteifigkeit in der D-Box ist weicher als bei unserer alten Bauweise (160ST+300Biax) aber in meinen Augen noch absolut ausreichend fest. Hinterm Holm und im Ruder merke ich kaum einen Unterschied in der Druckfestigkeit.<\/p>\n<p>Biegung ist wie erwartet Top, aber im Holm haben wir auch das selbe Fl\u00e4chengewicht wie bei den anderen Fl\u00e4chen. War also zu erwarten.<\/p>\n<p>Die Oberfl\u00e4che ist gut aber noch nicht 100% Top. Da sieht man in den Gewebekreuzungen vom 160er stellenweise fehlendes Harz. Von dem Gittergewebe, Holm, Stegen sieht man absolut nichts an der Oberfl\u00e4che.<\/p>\nngg_shortcode_8_placeholder\n<p>Das Gewicht ist in meinen Augen sehr gut. Der Fl\u00fcgel (Impuls V2 von Stefan Frauendorfer) wiegt 604g\/H\u00e4lfte, was gegen\u00fcber der alten Hartschalenbauweise ~150g\/H\u00e4lfte leichter ist.<\/p>\n<p><em>Versuch 2:<\/em><\/p>\n<p>Wir hatten noch eine weitere Fl\u00e4che mit demselben Aufbau + 1 Lage 160er in der D-Box probiert. Diesmal haben wir Tixo f\u00fcr die Au\u00dfenlage mit eingemischt. Leider hat auch diese Fl\u00e4che leichte \u201ePinholes\u201c auf der Au\u00dfenseite &nbsp;\u2013 wobei hier nichts in der Form h\u00e4ngen bleibt, das Harz in den Kreuzungspunkten des Gewebes ist \u201eweg\u201c und der Lack f\u00e4llt dort ein.<\/p>\nngg_shortcode_9_placeholder\nngg_shortcode_10_placeholder\n<p>Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass dies an der Viskosit\u00e4t 735 Aero Harz liegt. Das ist sehr d\u00fcnnfl\u00fcssig und mir kommt es so vor, dass es dadurch \u201ewegl\u00e4uft\u201c und sich nicht eine \u201eDeckschicht\u201c zum Lack bildet bzw man diese Wegrollert. (Das Harz wurde in der Form verteilt und das trockene Gewebe aufgelegt). Es sieht definitiv nicht wie Harzschrumpf aus.<\/p>\n<p>Bei unserem <a href=\"http:\/\/www.rc-network.de\/forum\/showthread.php\/693956-Diana-2-(SZD-56)-(M-1-6-2-5-m-SPW)-Auslegung-amp-Baubericht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Diana 2 (2.5m; 1:6) Projekt<\/a> haben wir das gleiche Harz verwendet und trotz Tixo und nur 60er Spreadtow als Au\u00dfenlagehaben, hatten wir Probleme mit Pinholes. Als wir auf ein h\u00f6her viskoses Harz gewechselt haben (GP52) wurde es deutlich besser (Nicht perfekt, da wir vermutlich Probleme mit der Topfzeit bekommen haben bis es im Vakuum war \u2013 aber viiiiiiiiel besser). Mal sehen wir der n\u00e4chste Fl\u00fcgel der Diana wird.<\/p>\n<p>Meine F5D Fl\u00fcgeln mit 80er Spread und L285 Harz kommen immer absolut perfekt aus der Form \u2013 daf\u00fcr hat man nach einer Saison das Problem, dass sich das Gewebe leicht abzeichnet.<\/p>\n<p><strong>Dirty Sandwitch <\/strong><\/p>\n<p>Vor der Diana hatten wir mit dem 160er 3K noch zwei weitere F3F Fl\u00e4chen gebaut. Unser urspr\u00fcngliches Ziel war ja leicht, schnell und g\u00fcnstig zu bauen. Diese wollten wir etwas mehr Richtung leicht trimmen, weshalb sind wir zur\u00fcck zu Sandwitch gegangen.<\/p>\n<ul>\n<li>50er Glas (gegen die Pinholes)<\/li>\n<li>160er 3K CfK<\/li>\n<li>1mm Herex (vorher zugeschnitten und geschliffen)<\/li>\n<li>50er Glas (Direkt auf Lochfolie getr\u00e4nkt)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Mehraufwand bei dieser Bauweise betrug insgesamt (Laminieren + Vorbereitung) ca. 45min.<\/p>\n<p>Mit diesem sehr praktischen Tool aus dem 3-D Drucker geht das St\u00fctzstoff schleifen in wenigen Minuten<\/p>\nngg_shortcode_11_placeholder\n<p>Mit der \u201egro\u00dfen Stufe\u201c wird die Endleiste geschliffen<\/p>\nngg_shortcode_12_placeholder\n<p>Mit der \u201ekleinen Stufe\u201c werden alle anderen Kanten geschliffen<\/p>\nngg_shortcode_13_placeholder\nngg_shortcode_14_placeholder\n<p>Ein Fl\u00e4chenpaar haben wir mit 735 Aero und eins mit L285 gebaut. Beide haben absolut keine Pinholes und eine gute Oberfl\u00e4che\u2026 Tendenziell ist die mit L285 ein sehr kleines bisschen besser.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr hat das L285 den Nachteil, dass wenn man nicht tempert, nach einer Saison bzw. viel Sonneneinstrahlung sich das Gewebe auf der Oberfl\u00e4che abzeichnet. (Deshalb hatten wir die ganze Experimentiererei mit verschiedenen Harzsystemen gestartet).<\/p>\n<p>Robustheit der Fl\u00e4chen ist top und sie sind fast genauso schnell gebaut und leichter (ca. 100g weniger) \u2013 f\u00fcr mich die bessere Alternative als mit Gittergewebe.<\/p>\nngg_shortcode_15_placeholder\nngg_shortcode_16_placeholder\n<p><strong>Meine Gedanken zum Harz:<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Erfahrung mit der Diana bin ich mir gar nicht mehr sicher ob man die 50er Glas Lage \u00fcberhaupt ben\u00f6tigt oder ob es einfach reicht auf ein h\u00f6her viskoses Harzsystem zu wechseln?! Mittlerweile habe ich hier ein h\u00f6her Viskoses System von GRM mit \u00e4hnlichen Eigenschaften wie das 735Aero was man somit f\u00fcr die Au\u00dfenlage verwenden kann (ohne 50er Glas vorweg). Holm etc dann wie gehabt mit 735.\u2026 Beide Systeme sind weniger Gesundheitsgef\u00e4hrdend als GP52 bei \u00e4hnlichem Tg\u2026 Werden es mal testen\u2026<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit, um das 50er Glas los zu werden, w\u00e4re sicherlich erst mal eine Schicht Harz in die Form zu streichen und dies angelieren zu lassen. Erst dann mit frischem Harz und dem Gewebeaufbau zu starten. Dies ist f\u00fcr mich aber keine Option, weil ich die Bausessions so kurz wie m\u00f6glich halten m\u00f6chte (abends mal 1-2 St\u00fcndchen).<\/p>\n<p>Aber macht man erstmal ein Fass auf stellt man schnell fest das es keinen Boden hat \ud83d\ude09 Viele Vermutungen aber noch nicht wirklich konkretes.<\/p>\n<p>Gru\u00df Christoph &amp; Flo<\/p>\n<p>(Einen Thread hierzu findet ihr auch bei <a href=\"http:\/\/www.rc-network.de\/forum\/showthread.php\/686006-F3F-Hartschale-mal-anders%E2%80%A6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">RCN<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist nicht der ultimative Vergleich von Hartschalen und Sandwitchfl\u00fcgeln. 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